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Bundeslagebild des BKA: Deutlicher Anstieg sexueller Gewalt gegen Kinder im Internet

Die Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder in Deutschland ist erneut angestiegen. Der deutlichste Zuwachs zeigt sich dabei im Bereich der Taten ohne Körperkontakt. Dazu gehören beispielsweise Fälle von Cybergrooming sowie sexuelle Gewalt gegen Kinder in Messengern oder im Videochat. Dies geht aus dem heute veröffentlichten „Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2025“ des Bundeskriminalamts hervor.

Sexuelle Gewalt gegen Kinder

Laut Bundeslagebild gab es 2025 insgesamt 17.126 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Davon waren rund 5.000 Fälle der Kategorie „Sexueller Missbrauch von Kindern – Einwirken auf Kinder ohne Körperkontakt“ zuzuordnen. Das bedeutet, dass Kinder oder Jugendliche zum Beispiel durch Chatnachrichten dazu gebracht wurden, sexuelle Aufnahmen von sich zu machen oder im Livestream sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen.

Das Anbahnen sexueller Kontakte zu Kindern im Internet wird als Cybergrooming bezeichnet. Diese Art der sexuellen Gewalt geht zwar am häufigsten von erwachsenen, männlichen Tätern aus. Allerdings zeigt das Bundeslagebild, dass im Jahr 2025 rund jede dritte tatverdächtige Person im Bereich der sexuellen Gewalt gegen Kinder selbst unter 18 Jahren alt war. Auch in dieser Altersgruppe war die Zahl der männlichen Tatverdächtigen höher.

Mehr Aufklärungsarbeit zum Thema sexuelle Gewalt im digitalen Raum

Die Zahlen zeigen, dass dringend mehr Aufklärungsarbeit zum Thema sexuelle Gewalt im digitalen Raum benötigt wird. Einerseits, um Kinder und Jugendliche mit dem Wissen auszustatten, sexuelle Übergriffe zu erkennen, sich zu wehren und Hilfe zu holen. Andererseits zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamts, dass ein signifikanter Anteil sexueller Gewalt gegen Kinder von anderen Kindern und Jugendlichen ausgeübt wird. Außerdem geraten Tausende Kinder und Jugendliche ins Visier der Strafverfolgungsbehörden, weil sie sexualisierte Aufnahmen von sich oder anderen Kindern und Jugendlichen über das Internet verschicken.

Herstellung und Verbreitung von Aufnahmen sexueller Gewalt gegen Kinder

Die Zahl der Fälle im Bereich Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz von Abbildungen sexueller Gewalt gegen Kinder ist zwar leicht rückläufig (-2,7 %), liegt mit rund 42.000 Fällen jedoch nach wie vor auf einem hohen Niveau. Auch hier zeigt sich, dass Kinder und Jugendliche sowohl als Betroffene als auch als Täter*innen in Erscheinung treten. Fast die Hälfte (44 %) der Tatverdächtigen waren jünger als 18 Jahre. Bei der Verbreitung sogenannter „jugendpornografischer Inhalte” lag der Anteil der Tatverdächtigen unter 18 Jahren sogar bei 53 %.

In seinem Bundeslagebild weist das Bundeskriminalamt darauf hin, dass die Tatbegehung im Bereich der Abbildungen sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche primär über das Internet stattfindet. Dabei spielen unter anderem auch digitale Phänomene wie sexueller Missbrauch im Livestreaming und Sextortion eine Rolle.

Weitere Informationen und Materialien zu den Themen Cybergrooming und bildbasierte sexuelle Gewalt gibt es unter: Bitte hier klicken

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